Beratung

Beratung


Was kann ich wissen?

Was soll ich tun?

Was darf ich hoffen?

Was ist der Mensch?






Gerd B. Achenbach, Was ist Philosophische Praxis?

"In der Philosophischen Praxis melden sich Menschen, denen es nicht genügt, nur zu leben oder bloß so durchzukommen, die sich vielmehr Rechenschaft zu geben suchen über ihr Leben und sich Klarheit zu verschaffen hoffen über dessen Kontur, sein Woher, Worin, Wohin. Sie suchen die Philosophische Praxis auf, weil sie verstehen und verstanden werden wollen. Dabei ist es fast nie die Frage ‚Was soll ich tun?‘, die sie bewegt, häufig hingegen die Frage Was tue ich eigentlich?"

"Wenn ich den Blick nach außen wende, sehe ich auf allen Seiten Streit, Widerspruch, Zorn, Verleumdung und Herabsetzung. Wenn ich mein Auge nach innen richte, finde ich nichts als Zweifel und Unwissenheit. - Jeden Schritt, den ich tue, tue ich zögernd, und jedes neue Nachdenken lässt mich Irrtum und Absurdität in meinen Schlüssen befürchten."

"Unsere Frage geht also dahin, wie man der Seele zu einem  gleichmäßigen und heilsamen Gang verhelfen kann,  dergestalt, daß sie in bestem Einvernehmen mit sich stehe  und ihre Freude an sich selbst habe und diese Freude nicht  unterbreche, sondern immer im Zustand friedlicher Ruhe  verharre, sich weder überhebend noch sich  herabwürdigend: das wird das Wesen der Gemütsruhe  ausmachen."

Fragen vorab?

Was ist (systemische) Beratung?

Beratung bedeutet, dass Sie die Schlüssel zu Ihren Ressourcen bereits in Händen halten und Ihnen keine "Diagnose" den Weg zur selbstbestimmten Veränderung versperrt: "Im therapeutischen und beraterischen Bereich orientiert sich systemische Praxis am Anliegen der Klienten (Kund_innen) und verzichtet auf normative Zielsetzungen und Pathologisierung. Im Rahmen von fürsorglichen und sozial-pädagogischen Maßnahmen knüpft systemische Praxis an die Ressourcen der Beteiligten an, um ethisch vertretbare Zustände herbeizuführen.

Systemische Praxis verfolgt gemäß ihrem theoretischen Ansatz weder das Ziel, die Probleme nur diagnostisch zu erkunden und zu klassifizieren, noch sie monokausal zu verändern. Vielmehr versucht sie, im Dialog mit den Betroffenen Beschreibungen zu entwickeln, welche die Möglichkeiten aller Beteiligten, wahrzunehmen, zu denken und zu handeln, erweitern. Sie sucht also nach Bedingungen, mit deren Hilfe die Klienten ihre Ressourcen aktivieren können, um in Selbstorganisation zu ihren Zielen gelangen zu können." Was ist systemisch, SG

Wie kann ich mich vorbereiten?

Auf ein Erstgespräch müssen Sie sich nicht vorbereiten. Wenn Sie einen ersten Termin vereinbart haben, ist der schwere "erste Schritt" bereits getan. Welche Frage wichtig ist, welcher Schritt der nächste sein kann und überhaupt "wie weiter" - all das klärt sich auf dem gemeinsamen Weg im Gespräch miteinander.


Merksätze können sein: "Therapie ist das ,was zwischen den Sitzungen passiert." und "Beratung ist Beziehungsgestaltung, um die Beziehungen zu Welt, Selbst und dem Anderen zu gestalten."

Für wen ist "Beratung" da?

"Systemische" oder "philosophische" Beratung?

Die individuelle Beratung ist für alle da, die in eine persönliche und individuelle Krisen- oder Veränderungssituation geraten sind. Die besondere Gelegenheit von Beratung besteht darin, dass Sie einen Entschluss und eine Entscheidung für sich getroffen haben; selbstbestimmt, autonom, eigenverantwortlich, frei. Beratung braucht nicht erst "Krise" und "Katastrophe"; sie ist der Entschluss, sich zu beraten, bevor es "ganz schlimm" wird. - Welche Form der Beratung und auch welcher Berater oder Beraterin für Ihr Anliegen und Ihre Situation geeignet ist, kann in Erstgesprächen geklärt werden. Bei dieser ersten Orientierung behilflich zu sein und passende Wege und Begleiter zu finden, ist unser professioneller Auftrag.

Wozu ist Beratung "gut"?!

Beratung bedeutet Wissen- und Verstehen-Wollen, damit nicht Vergangenheit und Gegenwart die Zukunft bestimmen, sondern die eigene Zukunft wieder eine offene ist, die Sie selbst gestalten und bestimmen können. Beratung heißt: Ich will wissen, was war! Ich will verstehen, was ist! Ich will bestimmen, was werden soll! Ich will gestalten, was werden will!


Karl Popper schreibt:


"Ich bin ein Optimist, der nichts über die Zukunft weiß und der daher keine Voraussagen macht. Ich behaupte, dass wir einen ganz scharfen Schnitt machen müssen zwischen der Gegenwart, die wir beurteilen können und sollen, und der Zukunft, die weit offen ist und von uns beeinflusst werden kann.


Wir haben deshalb die moralische Pflicht, der Zukunft ganz anders gegenüberzustehen, als wenn sie etwa eine Verlängerung der Vergangenheit oder der Gegenwart wäre. Die offene Zukunft enthält unabsehbare und moralisch gänzlich verschiedene

Möglichkeiten.


Deshalb darf unsere Grundeinstellung nicht von der Frage beherrscht sein „Was wird kommen?“, sondern von der Frage „Was sollen wir tun?“, um womöglich die Welt ein wenig besser zu machen?


(Popper 1994, 272; Hervorhebungen DP)

Eine Frage des Menschenbildes!

Kommunikation, Rationalität, Autonomie.


"Existenz verwirklicht sich in Kommunikation mit anderer Existenz und nicht in isolierter Zurückgezogenheit. Sie ist nur möglich als geschichtliche Existenz in der Aneignung ihres Daseins als spezifischer Geschichtlichkeit. Existenz ist nur möglich durch ihren Willen und die Wahl ihrer selbst aus existentieller Freiheit. Diese Wahl ist jedoch ursprünglich kommunikativ: die Freiheit des Einzelnen bewahrheitet sich nur in und durch Kommunikation.


Existenz kann sich auch in Grenzsituationen verwirklichen. Der Mensch befindet sich immer in Situationen, die sich ständig wandeln, aber es gibt auch für alle Menschen gleichermassen unvermeidbare Situationen, welchen niemand entkommen kann: es sind dies Situationen wie die Konfrontation mit dem Tod sowie Leiden, Kampf, Schuld, die antinomische Struktur des Daseins u.a.


In Konfrontation mit diesen unausweichlichen und mit rationalen Problemlösungsverfahren nicht zu bewältigenden Momenten des Daseins zeigt sich erst, was der Mensch ist. Es eröffnet sich ihm die Möglichkeit, diese Situationen aktiv anzunehmen oder aber in Verbitterung, Auflehnung oder Resignation zu verharren; mit Jaspersʼ Worten heisst dies: es erhellt sich ihm die Möglichkeit seiner Existenz." Karl-Jaspers-Stiftung


Schweigepflicht, Klarheit, Transparenz

Als Berater unterliege ich der Schweigepflicht. Darüber hinaus verpflichte ich mich den Grundsätzen der Ethik-Richtlinien der Berufsverbände:


"Jeder professionelle Kontakt wird von Beginn an klar und transparent gestaltet. Hierzu gehört zum einen die Information der KlientInnen über Inhalt und Art des Angebots; über die Qualifika­tion der Anbieterin/ des Anbieters; über die finanziellen Bedingungen; über die Schweigepflicht und den damit verbundenen Schutz der Daten. Im Weiteren werden Absprachen über Dauer der professionellen Beziehung, Möglichkeiten der Beendigung und Ziele der Zusammenarbeit ebenso eindeutig und transparent gestaltet. Zum anderen werden die notwendigen Maßnahmen getroffen, um alle im Kontext der professionellen Beziehung gewonnenen Informationen so zu schüt­zen, dass eine missbräuchliche Verwendung der Informationen ausgeschlossen werden kann. Dies gilt auch für Supervisionen, Veröffentlichungen, Weiterbildungen etc." Ethik-Richtlinien der Systemischen Gesellschaft

Was bedeutet Lebensberatung?

"Die existentielle Lebensberatung (Philosophische Praxis) richtet sich an Menschen, deren Fragen nicht vollständig geklärt sind, die Interesse an der Öffnung ihres Denkens und Erforschung ihrer Überzeugungen haben. Sie richtet sich aber auch an jene, die sich selbst in einem größeren weltlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang reflektieren möchten. Sie bietet einen Raum für alle, die ihr Leben auf eine reflektierte Art und Weise ernst nehmen und selbstbestimmt leben möchten."

Jirko Krauß

Weltverflochtenheit und Verletzlichkeit

"Eine Philosophische Praxis wird in der Regel dann aufgesucht, wenn eine Person aus ihren gewöhnlichen Lebensvollzügen heraustritt bzw. unsanft herausgerissen wird, wenn ein diffuses Verlangen nach Tiefe erwacht, wenn kulturelle Handlungs- und Erklärungsmuster nicht mehr greifen, wenn Sinnbezüge zerbrechen, wenn das bisher tragfähige Selbstbild erschüttert wird, wenn Frustrationen und negative Emotionen Oberhand gewinnen oder wenn vielleicht sogar das eigene Leben auf ganzer Linie fremd zu werden scheint."

Heidemarie Bennent-Vahle

Anthropologische Vulnerabilität oder existenzielle Verletzlichkeit

In meiner Praxis erhalten Sie "Systemische Beratung", "Systemisches Coaching" sowie die existentielle Lebensberatung der "Philosophischen Praxis".


In der Philosophischen Praxis geht es um Existenzbegründung, nicht um Existenzgründung.


Ich biete Supervision, Intervision und Fallbesprechungen an, d.h. ich begebe mich mit Ihnen in einen Prozess, das eigene professionelle und professionsbezogene Handeln, Erleben und Wahrnehmen zu reflektieren. Dabei kommen sowohl Methoden der Systemischen Beratung und Familientherapie, der Philosophischen Praxis als auch psychologisches Wissen zum Einsatz.


Klinische PsychologInnen und TherapeutInnen in Ausbildung (PiA) können bei mir keine Supervision erhalten.

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