"Das, wovon wir uns affiziert fühlen, ist nirgends fassbar als in den Antworten, die es hervorruft."
Bernhard Waldenfels, Sozialität und Alterität (2015), S. 121
"Vor allem aber: worauf es ankommt, leistet mein Gast in seiner Beratung - er "berät sich" mit mir -, nicht ich."
Gerd B. Achenbach im Gespräch mit Hannes Weinelt
Studieren, Forschen und Lernen meinte noch nie das "einsame Arbeiten" in der abgeschiedenen Studierstube. Lernen, Studieren und Forschen sollen uns in Kontakt mit der Mit-Welt und den Mit-Menschen bringen - manchmal jedoch bewirken sie das Gegenteil und wir ziehen uns in intensiven Lern-, Arbeits- und Prüfungsphasen (in uns) zurück. Das gemeinsame Gespräch ist dann ein Weg und der Dialog ein geeignetes "Mittel", um uns wieder mit anderen und mit der Mit-Welt zu verbinden.
In der akademischen Intervision stehe ich Ihnen als Berater, Gesprächspartner, Lektor und Moderator zur Verfügung. Wer sich dem Lernen widmet, ist nie "fertig". Denn als Lernende, Forschende, Lehrende und Studierende sind wir nie "da" und immer "auf dem Weg". Diese Haltung bildet die Grundlage für kollegiale Beratung und Praxisreflexion.
"Wir leben in einer Zeit der Unsicherheit – auch und gerade was die Berufschancen betrifft. Ich merke bei vielen Studierenden eine sehr vorsichtige Einstellung: Ein besorgtes Abtasten, um genau herauszufinden, was man von ihnen erwartet, und eine Tendenz, sich anzupassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Eine pragmatische Einstellung: Es gilt zu erledigen, was man zu erledigen hat, um zu einem Abschluss und hoffentlich zu einem Job zu kommen. Fleiß und Stressresistenz sollen schnell zum Ziel führen. Unterhaltsame Lehre ist als Entspannungsmoment willkommen. Allerdings sind Leidenschaft und wissenschaftlicher Ehrgeiz eine Rarität. Ich kann die Gründe für diese Lage ahnen, aber ich finde es trotzdem schade – es ist irgendwie ein Verzicht auf Lebendigkeit. Mein Tipp wäre also: Finden Sie heraus, was Sie wirklich begeistert und wofür Sie ein Talent haben, seien Sie ehrgeizig, wurschteln Sie sich nicht durch!" Dr. Donata Romizi, Wien 2017
Das berühmte leere Blatt Papier ...
Ob wissenschaftliche Qualifikationsarbeit, ob fertigzustellender Bericht oder ein nicht gelingender Artikel; manchmal kommen wir in die Situation, auf ein leeres Blatt Papier zu starren.
Die Philosophische Praxis ist dem kreativen Arbeiten, dem Studieren, Bilden, Forschen und (wissenschaftlichen) Schreiben sehr verbunden. Aus diesem Grunde kann dieser Ort dazu dienen, sich im eigenen Lernen und Arbeiten neu zu orientieren. Insbesondere wenn die Kraft und die Energie immer weniger werden, kann eine Beratung angeraten sein, um neue Ressourcen und neue Wege zu erschließen. In der akademischen Intervision begibt man sich gemeinsam auf die Suche, wohin die Kraft eigentlich geht und wie sie wieder in die gewollte Richtung gelenkt werden kann.
Ich stehe Ihnen gern für alle Anliegen im Zusammenhang mit Schule, Studium, Wissenschaft, Universität, Lernen, Lehre und Ausbildung zur Verfügung. Studium und Forschung, Ausbildung und Lehre sind nicht dazu geschaffen, dass wir uns darin einsam fühlen.
Was zur Kenntnis zu nehmen ist:
"Die Zahl von Studierenden, die sich wegen psychischer Probleme an ihre Uni wenden, steigt seit Jahren. Die Zahl der psychisch eingeschränkten und kranken Studenten auch: 2011 waren es 45 Prozent, 2021 schon 65 Prozent. Dieser Trend ist aber nicht neu. Schon länger schlagen Beratungsstellen an Unis und Hochschulen Alarm." FAZ, 06.02.2024
Neuer Bericht „Studieren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung (best3)“; Vorgestellt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und vom Deutschen Studierendenwerk (DSW); Deutlicher Anstieg von Studierenden mit psychischen Erkrankungen; DSW-Vorstandsvorsitzender Matthias Anbuhl: „Mental-Health-Zahlen sind Anlass zur Sorge“; Anbuhl: "Bund und Länder müssen psychosoziale Beratung und auch Inklusionsberatung an Hochschulen und Studierendenwerken ausbauen" DSW 12/2023
"Der Philosoph nimmt in seiner Praxis den Einzelnen in jenem emphatischen Sinn als den Einzelnen, als den ihn Søren Kierkegaard gedacht hat. Vor allem ist er dann nicht ein Fall von... und schon gar nicht der defiziente Modus einer allgemeinen Idee.
Im so zugewandten wie offenen und öffnenden Gespräch mit unserem Gast geht es um Anspruchsvolleres und Schwierigeres: etwa, ihm zu seiner Wirklichkeit zu verhelfen. Seine Wirklichkeit aber ist niemand für sich, es ist die Welt, das Große und Ganze, und das heißt, mit ihr gilt es vertraut zu sein, und wenn nicht zu sein, dann eben zu werden [...]." Gerd B. Achenbach im Gespräch mit Hannes Weinelt
Ohne Wagnis in der Freiheit wird auch kein Ursprung gelegt zu der Möglichkeit eigenen Denkens. Am Ende bleibt eine virtuose Technik in Spezialitäten und vielleicht auch ein großes Wissen; der Gelehrte, nicht der Forscher wird der maßgebende Typus. [...] An der Wissenschaft hat, auch wer sie im praktischen Beruf verwendet, nur Teil, wenn er in der inneren Haltung ein Forscher geworden ist. Die Krise der Wissenschaften ist eine Krise der Menschen, von denen sie ergriffen werden, wenn diese nicht echt in ihrem unbedingten Wissenwollen waren." (1931, 67, 119–22)